Dîner en blanc – Hauptgericht: Tarte mit karamellisiertem Balsamico-Knoblauch

Es ist Sommer, endlich.

Die Tage sind nicht allzu heiß und wir verbringen viel Zeit draußen. Mein aktuelles Strickprojekt (der erste Pulli ever) wird ständig von anderen Aktivitäten unterbrochen – deswegen blogge ich auch ziemlich wenig. Gestern wurde der letzte Rhabarber mit Erdbeeren zu Marmelade verarbeitet, ich habe Tomaten- und Erdbeeressig angesetzt, Erdbeerlimes gemacht, … und tatsächlich noch ab und zu Zeit zum stricken. Demnächst muss ich auch unbedingt Mal Bilder zeigen, aber die Verwertungsarbeiten von Rhabarber (in diversen Muffins. Sirup und Marmelade) und Erdbeeren (Marmelade, Essig, Sorbet) geht aktuell vor. Ist ja bald vorbei, die süße Erdbeerzeit…

Ganz präsent ist allerdings noch das wundervolle Dîner en blanc vor zwei Wochen, zu dem ich alle drei Gänge beigesteuert habe. Ich genieße es einfach, Freunde mit Leckereien zu bekochen, sie beim Genießen zu beobachten. Und in dieser unvergessenlichen Atmosphäre war es nochmal einen Tick schöner. Die Vorgabe des Dîner lautet drei kalte Gänge, was liegt da also näher als eine leckere Tarte? Der erste Gedanke wurde dann auch umgesetzt, die vielerprobte, unsagbar leckere Tarte aus dem Kuriositätenladen mit karamellisiertem Knoblauch und Ziegenkäse. Lecker, transportabel, und französisch angehaucht. Ursprünglich ist das Rezept von Yotam Ottolenghi (DER vegetarische In-Koch) und wird mit Blätterteig gemacht (Päm hat das Original bei Mestolo schon lange verbloggt, dort findet man übrigens jede Menge toller vegetarischer Rezepte). Wer also den Mürbteig scheut, kann ausweichen.

Tartes sind sowieso eine der Tollsten Gerichte, die man machen kann, weil sie extrem flexibel sind und sich immer irgendeine egal zu welchem Anlass zubereiten lässt. Ein Mürbteig ist auch für ungeübte kein Hexenwerk, also ruhig rantrauen. Auch vor dem „Blindbacken“ muss man sich nicht grausen, das ist total simpel. Man macht den Teig und backt ihn ohne Belag (blind) vor. Damit er da, wo der Belag drauf kommt, nicht hochbackt, gibt man klassischerweise Kichererbsen drauf (die kann man einige Male wiederverwenden, also danach nicht wegwerfen! Die nächste Tarte kommt bestimmt), meine Mutter hat sich vor Kurzem für Glasmurmeln entschieden, ich bevorzuge nach wie vor die Erbsen.

Mein Foto von der Tarte ist … bescheiden, wer ein Schöneres sehen möchte, sollte sich unbedingt die bei Mestolo oder Steph´s Kuriositätenladen ansehen. Ich hatte zwei Tartes gebacken und dummerweise die etwas misslungene Variante anstatt der stattlichen mitgenommen. Geschmeckt haben beide trotzdem gleich sensationell.

Ihr braucht für eine Tarte

Für den Mürbeteig

250 g Mehl
125 g weiche Butter in kleinen Stücken
1 Eigelb
50 ml Wasser Für den Belag
3 Knollen Knoblauch
1 EL Olivenöl
3 EL Balsamicoessig
220 ml Wasser
1 TL Zucker
2 TL frischen Thymian
Salz & Pfeffer
120 g Ziegenweichkäse
120 g Ziegenhartkäse
(ich habe diesmal nur 250g Ziegenhartkäse benutzt, alternativ geht auch ein anderer aromatischer Käse, wenn man keinen Ziegenkäse mag)
2 Eier
200 g Crème fraîche
Zubereitung Mürbeteig

alle Zutaten vermischen und zu einem festen, glatten Teig verkneten. Zu einer Kugel formen und für mindestens 2 Stunden ab in den Kühlschrank und ruhen lassen. Gute 15 Minuten vor der Weiterverarbeitung rausnehmen, auf einer bemehlten Arbeitsfläche möglichst rund ausrollen und eine hohe Quicheform (wegen dem Belag) auslegen.

Den Teig in der Form in regelmäßigen Abständen mit einer Gabel einstechen und nochmal für knapp 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen.
Derweil kann man den Backofen auf 180°C vorheizen.
Dann den Teig rausnehmen, mit Backpapier auslegen und z.B. getrockneten Kichererbsen bis zum Rand auffüllen.
15 Minuten bei 180°C im Ofen blindbacken, dann die Bohnen und das Backpapier entfernen und nochmal 5 Minuten backen. Zubereitung Belag 

Die Knoblauchzehen aus der Knolle lösen, schälen und die holzigen Teile entfernen. In einem mit Wasser bedecken und gut 3 Minuten köcheln, dann in ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen. Den Topf gleich zurück auf die Platte stellen und kurz ausdampfen lassen.

Die Knoblauchzehen in den Topf geben, Olivenöl dazu und bei ordentlich starker Hitze ca. 2 Minuten anrösten. Mit dem Balsamico und Wasser ablöschen, danach 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen.
Zucker, Thymian und eine ordentliche Prise Salz zufügen (beim Abschmecken muss es etwas versalzen schmecken, das gibt sich nach dem Backen wieder, versprochen!) und nochmal 10 Minuten köcheln lassen, bis die Flüssigkeit fast vollständig verdampft ist und die Knoblauchzehen mit dunklem Sirup überzogen sind.
Den Käse würfeln und auf dem vorgebackenen Tarteboden verteilen. Die Knoblauchzehen gleichmäßig darüber geben.
In einem Rührbecher Eier mit Sahne verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzen. Über die Tartefüllung geben und die Tarte im Backofen bei 180°C gut  30-40 Minuten backen (immer mal wieder nachsehen), bis die Füllung komplett gestockt (bissfest) und goldbraun gebacken ist.
Die Tarte kann lauwarm aber auch hervorragend kalt gegessen werden.
lasst es Euch schmecken!
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